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Stadtgeschichte

Bernstadt, in der Mitte des Städtedreiecks Löbau – Görlitz – Zittau gelegen, blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Am 22. September 1234 wurde die heutige Stadt erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Meißen genannt. [mehr]

 

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Stadtgeschichte

Historische Aufnahme des Bernstädter Marktplatzes mit Kirche und umliegenden Häusern

Der Marktplatz mit Kirche und Wehrmauer – das Bild frühdeutscher Stadtgründung.

Bernstadt, in der Mitte des Städtedreiecks Löbau – Görlitz – Zittau gelegen, blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück. Am 22. September 1234 wurde die heutige Stadt erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Meißen genannt.

1234Erste Erwähnung
~800Jahre Geschichte
Eigenscher KreisHistorische Region
1250

Vom Dorf zur Stadt

Innerhalb des um 1200 von frühdeutschen Siedlern im Pließnitztal angelegten Waldhufendorfes Bernhardisdorf wird der obere Teil nach regelmäßigem Plan erbaut und zur Stadt erhoben.

Bis heute sichtbar: der große Markt, die rechtwinklig abgehenden Gassen und die Kirche mit ihrer Wehrmauer.

1248

Der „Eigensche Kreis“

Erste Grundherren sind Friedrich von Schönburg-Glauchau und die Brüder Bernhard und Otto von Kamenz. Ihren Besitz – Bernstadt samt der Dörfer Altbernsdorf, Schönau, Berzdorf, Dittersbach und Kiesdorf – nennen sie ihr „Eigen“.

Noch im 13. Jahrhundert wird das Gebiet an das Zisterzienserinnen-Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau veräußert.

1352

Die Tuchmacher kommen

Reges Handwerksleben entsteht: Leinenweber, Töpfer, Bierbrauer, Pfefferküchler – besonders aber die Tuchmacher prägen die Stadt. Eingewanderte flämische Tuchmacher erhalten von der Äbtissin ihre Innungsrechte.

Die 1370 eingeweihte Schwarzfärberei zählt zu den ältesten in ganz Sachsen.

1853

Das Ende der Klosterherrschaft

Über 600 Jahre, bis 1852, ist das Kloster Grund- und Gerichtsherr seiner „Bernstädter Pflege“, vertreten durch einen Klostervogt mit Amtssitz in Kunnersdorf.

Am 1. Januar 1853 geht die Gerichtsbarkeit an den Staat über. Die Klosterherrschaft hatte der Stadt früh Marktrechte und Privilegien gebracht.

19. Jh.

Maschinen statt Handwerk

Mechanische Spinn- und Webmaschinen verdrängen das Tuchmacherhandwerk. Fabriken entstehen. Baumwoll- und Grobgarnverarbeitung prägen das ökonomische Profil – bis zur Wende 1989/90.

1990

Ein neuer Industriezweig

Die traditionelle Textilindustrie unterliegt nach der Wende der Marktwirtschaft. Doch schon 1990 zieht mit der Gesundheitsschuh-Produktion der Firma Birkenstock, heute S.P.P., in der ehemaligen Baumwollspinnerei ein neuer Industriezweig ein.

Aus der StadtchronikZwei große Stadtbrände 1686 und 1828 vernichteten das mittelalterliche Marktbild mit dem Rathaus und den Laubengängen rings um den Markt.

Das Handwerk der Stadt

Was Bernstadts Wirtschaftsleben über Jahrhunderte prägte

TuchmacherDas prägende Gewerbe – flämische Meister ab 1352
LeinenweberVerarbeitung von Flachs und Leinen
Schwarzfärberei1370 geweiht, eine der ältesten Sachsens
TöpferKeramik fürs tägliche Leben
BierbrauerEigenes Braurecht der Stadt
PfefferküchlerSüße Lebkuchen-Tradition

Vom Waldhufendorf über die Tuchmacherzunft bis zur modernen Schuhproduktion – Bernstadt a. d. Eigen hat sich immer wieder neu erfunden.